Lostsoulcatcher

Die Gedanken eines Toten

Die roten Nächte

der raum ist dunkel, die nacht weit vortgeschritten.
nur der rote, tanzende kreis der kerzen.
metal schleift über metal.
schliff für schliff schärft sich die klinge.
bald ist es soweit.

das schleifen höhrt auf, stille legt sich über mich.
das flackern der kerzen versetzt mich in eine art tranze.
die hand legt sich um die klinge.
überlegen. stille. erwartungen, und doch ganz leer.

anspannung.
die klinge gleitet über die haut, durch sie hindurch bis tief ins fleisch.
kälte. blut rinnt über die klinge und tropft in großen, roten trähnen zu boden.

leere. ein anflug von genuss und genugtuhung durchfliest mich.
ich beobachte den stetig zunehmenden fluss des roten lebenssaftes.
meine zunge berührt ihn und der warme, metalerne geschmack des blutes erfüllt meinen mund.
ein sonderbares gefühl der glücklichkeit und selbstbestimmung erfüllt mich.

der wunsch auf mehr.

ich beobachte das rote gerinnsal weiter, bis das gefühl der schwäche sich einstellt.

die sehnsucht nach mehr!!!

stilles begreifen. enteuschung.

ich lege die klinge aus der hand. beobachte das orange licht, wie es auf der klinge spiegelt, wie es sich auf dem rot bricht.
bodenlose enteuschung.
mein lehrer blick wandert über das vergossene blut, ich rieche seinen warmen duft.
meine gedanken kreisen um den wunsch einfach weg gehen zu können.
egal. mir ist einfach alles egal.
doch noch bin ich hier.

traurig nehme ich einen fetzen tuch, binde es über den blutenden schnitt, ziehe meine jacke an.

trauer und sehnsucht erfüllen mich.
sehnsucht, wie sie wohl keiner nachvollziehen kann.
sehnsucht. liebende, brennende todessehnsucht

Gratis bloggen bei
myblog.de